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Methodik-Case · Solar & Wärmepumpe

Warum gekaufte Leads bei E3 nicht funktionierten — und was wir stattdessen gebaut haben.

E3 New Energy hatte zwei parallele Anfrage-Quellen: Portal-Leads für 150 € pro Stück und kostenlose Viessmann-Partner-Anfragen. Die kostenlosen konvertierten deutlich besser. Die Diagnose dieses Widerspruchs wurde zur Grundlage für ein eigenes Anfrage-System.

150 € → 22 € CPL
1.750+ Anfragen
1 – 2 % → 12 % Abschlussquote
9 Monate Laufzeit

Mandat E3 New Energy. Implementierungsphase 3 Monate, Optimierung 6 Monate.

Ausgangslage

Das Problem war nie der Vertrieb. Es war die Lead-Quelle.

E3 New Energy kaufte 2024 Solar- und Wärmepumpen-Anfragen über Portale wie Aroundhome, Check24 und DAA — rund 150 € pro Lead. Die Conversion schwankte zwischen 1 % und 5 % je nach Monat. Bei 150 € Einkauf und 3 % Durchschnitt heißt das rechnerisch 5.000 € reine Lead-Kosten pro Abschluss, bevor irgendein Cent Marge entsteht.

Parallel dazu erhielt E3 als Premium-Partner von Viessmann Anfragen — kostenlos, direkt vom Interessenten ausgelöst, der aktiv nach einem Viessmann-Fachbetrieb in seiner Region gesucht hatte. Dieselbe Vertriebsmannschaft. Derselbe Außendienst. Dieselben Produkte. Diese Anfragen konvertierten deutlich besser.

Damit war die übliche Erklärung — "der Vertrieb müsste schneller anrufen", "die Margen müssten höher sein", "das Telefonscript müsste besser werden" — sofort entkräftet. Gleicher Vertrieb, anderes Resultat. Der Unterschied lag nicht im Haus. Er lag in der Anfrage.

Arbeitshypothese

Vier Eigenschaften, die kostenlose Viessmann-Anfragen hatten — und Portal-Leads systematisch nicht.

1.

Intent-Stärke

Wer auf Viessmann.de nach einem Fachbetrieb sucht, hat die Entscheidung "ich will eine neue Heizung" bereits getroffen. Wer ein Portal-Formular ausfüllt, will Preisvergleiche. Zwei verschiedene Kaufphasen — beides als "Lead" bezeichnet.

2.

Exklusivität

Viessmann-Anfragen gehen exklusiv an einen Betrieb. Portal-Leads werden parallel an 3-5 Anbieter verkauft. Wer als zweiter anruft, hat verloren.

3.

Vorqualifizierung

Bei Viessmann hat der Interessent sich durch die Hersteller-Website navigiert, Produkte verglichen, einen Fachbetrieb gewählt. Bei Portalen reicht eine Postleitzahl plus ein Klick.

4.

Echtzeit

Viessmann-Anfragen kommen in Minuten. Portal-Leads brauchen oft Stunden bis Tage — bis dahin ist die Aufmerksamkeit der Person längst woanders.

Die Hypothese war einfach: Wenn ein eigenes Anfrage-System diese vier Eigenschaften strukturell nachbaut, sollte die Conversion sich denen der Viessmann-Anfragen annähern. Das war das Ziel der nächsten neun Monate.

Umsetzung

Kein Tool installiert. Vier Eigenschaften strukturell rekonstruiert.

Die Verlockung in dieser Situation ist, ein Tool zu kaufen — eine Landingpage-Vorlage, ein CRM, einen "Lead-Magneten". Das war nicht der Weg. Wir haben jede der vier Eigenschaften einzeln in ein eigenes System übersetzt.

Block A

Intent-Stärke nachbauen

Statt breite Audiences auf Meta zu bewerben ("Hausbesitzer in Niedersachsen"), wurde der Ads-Stack neu strukturiert: Kampagnen auf Such-Intent (Google) und auf gezielte Lookalikes existierender Abschluss-Kunden (Meta). Parallel dazu Content-Seiten, die für hochintentionale Suchanfragen ranken — nicht für generische Awareness-Themen. Wer "Wärmepumpe Hannover Förderung 2025" sucht, ist näher am Kauf als wer "Solar lohnt sich" liest.

Block B

Exklusivität nachbauen

Eigene Domain, eigenes Formular, eigene Datenbank. Jede Anfrage ging exklusiv an E3, nicht an drei andere Anbieter gleichzeitig. Zusätzlich: CRM-Webhook direkt aus dem Formular, damit der Erstkontakt in Minuten erfolgte, nicht in Stunden — der gleiche Speed-Vorteil, den Viessmann-Anfragen strukturell hatten.

Block C

Vorqualifizierung nachbauen

Multi-Step-Formular mit gezielten Filterfragen: Eigentümerstatus, Objekttyp, Zeitraum für die Umsetzung, monatliche Stromkosten, Telefon-Erreichbarkeit. Wer Mieter ohne Eigentümer-Abstimmung war, fiel raus. Wer "nur informieren" wollte, ging in einen separaten Funnel. Im CRM bekam jede Anfrage einen Lead-Score, damit der Vertrieb die A-Leads zuerst anrief.

Block D

Echtzeit und Datenfrische nachbauen

Server-Side Tracking mit GA4 und Meta CAPI als Fundament — damit überhaupt sichtbar wurde, welche Kampagne welche Anfrage und welchen Abschluss erzeugte. Ohne saubere Attribution lässt sich nichts optimieren. Webhook-basierte CRM-Übergabe stellte sicher, dass Anfragen nicht in einem E-Mail-Postfach versanden, sondern in Sekunden im Vertriebssystem ankamen.

Timeline

Drei Monate Implementierung. Sechs Monate Optimierung.

01

Monate 1–2 — Aufbau und Kreativ-Tests

Tracking-Infrastruktur, Landingpage-Architektur, Formular-Logik, CRM-Anbindung wurden parallel aufgesetzt. Erste Ads-Kampagnen liefen mit unterschiedlichen Creatives und Targetings. Leadkosten in dieser Phase: 70–100 € pro Anfrage — solide, aber noch nicht konkurrenzlos gegenüber Portal-Einkauf.

02

Monat 3 — System läuft

CRM-Anbindung produktiv, Lead-Score aktiv, Server-Side Tracking attribuiert sauber. Vertrieb arbeitet ausschließlich auf eigenen Anfragen, Portal-Einkauf wird heruntergefahren.

03

Monate 4–9 — Optimierung

Auf Basis der nun belastbaren Daten wurden Audiences geschärft, Creatives iteriert, Formular-Felder gestrafft, Conversion-Pfade getestet. CPL stabilisierte sich bei ~22 € pro Anfrage. Conversion auf Auftrag erreichte 12 % — kein Viessmann-Niveau, aber deutlich über dem 1–5 %-Korridor der Portal-Leads.

Was generalisierbar ist

Was sich aus diesem Mandat auf andere Solar- und Wärmepumpen-Betriebe übertragen lässt — und was nicht.

Übertragbar:

  • Die Vier-Eigenschaften-Logik (Intent, Exklusivität, Vorqualifizierung, Echtzeit) gilt für jeden Solar- oder SHK-Betrieb mit eigenem Vertrieb.
  • Tracking-Fundament ist Voraussetzung, kein optionales Add-on. Ohne sauberes Attribution-Setup wird Optimierung zum Ratespiel.
  • Drei Monate Implementierung sind realistisch — wer "in zwei Wochen Leads" verspricht, übersieht entweder das Tracking-Fundament oder die CRM-Integration oder beides.
  • Vertriebs-Schulung wird oft als erste Maßnahme verkauft. Bei E3 war der Vertrieb nie das Problem. Das ist häufiger der Fall als die Branche zugibt.

Branchen- und situationsspezifisch:

  • Konkrete Lead-Kosten hängen von Region, Produktmix und Werbedruck der Mitbewerber ab. 22 € CPL ist kein Versprechen, sondern ein Endpunkt einer 9-Monats-Optimierung.
  • 12 % Conversion auf Auftrag setzt einen funktionierenden Außendienst voraus. Ohne den nutzt das beste Anfrage-System nichts.
  • Hersteller-Partner-Programme wie das von Viessmann sind eine wertvolle Zusatzquelle, ersetzen aber kein eigenes System — Partner-Kontingente sind begrenzt und nicht steuerbar.

Methodik im Detail

Vier Bausteine, die das E3-Ergebnis möglich gemacht haben.

Wer den Case fachlich vertiefen will: hier die thematischen Seiten zu CPL-Rechnung, Tracking-Architektur, Funnel-Stufen und der TCO-Logik gegenüber Lead-Portalen.

Wenn es nicht um Solar oder Wärmepumpe geht, sondern um ein erklärungsbedürftiges B2B-Angebot auf WordPress, ist der passendere Einstieg die WordPress Agentur Hannover.

Nächster Schritt

Wenn Sie eine ähnliche Asymmetrie zwischen Lead-Quellen sehen — oder vermuten — klären wir das im Marktcheck.

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